Vergleich
PNG, JPG, WebP, AVIF: Bildformate im Vergleich 2026
PNG, JPG, WebP und AVIF im direkten Vergleich: Kompression, Transparenz, Browser-Support 2026 und Dateigröße. Welches Format wofür, mit klarer Tabelle.
Inhalt
Vier Bildformate, vier Philosophien. JPG und PNG prägen das Web seit den Neunzigern, WebP und AVIF wollen sie seit einigen Jahren ablösen, weil sie deutlich effizienter komprimieren. Doch “effizienter” ist nur die halbe Wahrheit, denn Kompatibilität, Transparenz und Einsatzzweck entscheiden mit. Wer 2026 die richtige Wahl trifft, braucht keinen Glaubenskrieg, sondern eine nüchterne Gegenüberstellung der vier Kandidaten anhand der Kriterien, die im Alltag zählen.
1992
JPEG eingeführt
Quelle: MDN
2010
WebP von Google
Quelle: caniuse
2019
AVIF veröffentlicht
Quelle: AOMedia
≈50%
AVIF kleiner als JPG
Quelle: AOMedia
Die vier Formate und ihre Kompressions-Philosophie
JPG (1992) ist der Foto-Veteran. Es komprimiert verlustbehaftet über die diskrete Kosinustransformation (DCT), zerlegt das Bild in 8x8-Blöcke und wirft feine Details weg. Es kennt keine Transparenz, ist dafür aber das am breitesten unterstützte Format überhaupt.
PNG (1996) ist der verlustfreie Gegenpol. Es nutzt Zeilen-Vorhersage plus DEFLATE-Kompression (wie ZIP) und gibt jedes Pixel bitgenau zurück. Es beherrscht einen vollen Alphakanal mit 256 Transparenzstufen und ist damit der Standard für Logos, Screenshots und Grafiken.
WebP (2010, von Google) verbindet beide Welten. Es kann sowohl verlustbehaftet (abgeleitet vom VP8-Videocodec) als auch verlustfrei komprimieren und unterstützt Transparenz sowie Animation. Bei Fotos liegt es deutlich unter JPG, bei Grafiken oft unter PNG.
AVIF (2019, von der Alliance for Open Media) ist der jüngste und effizienteste Kandidat. Es basiert auf dem AV1-Videocodec, beherrscht verlustbehaftete und verlustfreie Kompression, Transparenz, High Dynamic Range und große Farbtiefen. AVIF liefert in der Regel die kleinsten Dateien, braucht beim Encodieren aber mehr Rechenzeit.
Dateigröße im direkten Vergleich
Der entscheidende Praxisvorteil der modernen Formate ist die Dateigröße. Für ein typisches Foto bei vergleichbarer visueller Qualität ergibt sich eine klare Rangfolge: AVIF ist am kleinsten, gefolgt von WebP, dann JPG, und PNG ist als verlustfreies Format bei Fotos mit Abstand am größten.
Die Grafik macht deutlich, warum WebP und AVIF Druck auf die Alten ausüben: Bei praktisch identischem Aussehen wiegt AVIF nur halb so viel wie JPG. Auf einer Seite mit hundert Bildern summiert sich das zu einem spürbar schnelleren Seitenaufbau. Wichtig ist die Einordnung: PNG ist hier nicht “schlecht”, es löst eine andere Aufgabe (verlustfreie Speicherung) und ist bei flächigen Grafiken statt Fotos plötzlich konkurrenzfähig klein.
Transparenz und Farbtiefe
Bei der Transparenz fällt JPG sofort aus dem Rennen, denn es hat keinen Alphakanal. PNG, WebP und AVIF dagegen können freigestellte Bilder mit weichen, halbtransparenten Rändern speichern. Für Logos über farbigem Hintergrund oder weiche Schlagschatten brauchst du daher eines dieser drei.
Bei der Farbtiefe geht AVIF am weitesten. Während JPG und das verbreitete PNG mit 8 Bit pro Kanal arbeiten, unterstützt AVIF bis zu 12 Bit und High Dynamic Range. Das spielt vor allem bei modernen Displays und HDR-Inhalten eine Rolle und ist ein Bereich, in dem die alten Formate technisch schlicht nicht mithalten.
Browser-Support 2026: der entscheidende Praxisfaktor
Die schönste Kompression nützt nichts, wenn das Bild nicht angezeigt wird. Hier liegt der eigentliche Unterschied zwischen “technisch besser” und “praktisch nutzbar”.
JPG und PNG werden seit über drei Jahrzehnten von jedem Browser, jedem Bildbetrachter, jeder App und jedem E-Mail-Client unterstützt. Sie sind die sichere Bank ohne jeden Vorbehalt. WebP wird seit etwa 2020 von allen aktuellen Browsern dargestellt und gilt heute im Web als universell. AVIF hat seit 2024 ebenfalls flächendeckende Unterstützung in allen großen Browsern erreicht, ist als jüngstes Format aber außerhalb des Browsers noch nicht überall angekommen.
Im modernen Browser sind alle vier Formate zuhause. Sobald ein Bild den Browser verlässt, etwa als E-Mail-Anhang oder zur Druckerei, sind nur JPG und PNG wirklich sicher. Diese Trennlinie entscheidet öfter als die reine Dateigröße.
Die große Vergleichstabelle
| Kriterium | JPG | PNG | WebP | AVIF |
|---|---|---|---|---|
| Kompression | verlustbehaftet (DCT) | verlustfrei (DEFLATE) | beides möglich | beides möglich (AV1) |
| Transparenz (Alpha) | nein | ja | ja | ja |
| Farbtiefe | 8 Bit | 8 bis 16 Bit | 8 Bit | bis 12 Bit, HDR |
| Animation | nein | nein (APNG ja) | ja | ja |
| Typische Größe (Foto) | mittel | sehr groß | klein | am kleinsten |
| Browser-Support | universell | universell | seit 2020 flächendeckend | seit 2024 flächendeckend |
| Außerhalb Browser | sehr sicher | sehr sicher | eingeschränkt | noch eingeschränkt |
| Encodier-Aufwand | gering | gering | mittel | hoch |
| Bester Einsatzzweck | Fotos überall | Grafik, Logo, Screenshot | Web-Fotos, Web-Grafik | Web-Performance, HDR |
Die Tabelle zeigt das Muster: Die alten Formate punkten mit Kompatibilität und Einfachheit, die neuen mit Effizienz und Funktionsumfang. Es gibt keinen Allround-Sieger, sondern nur den Sieger für den jeweiligen Kontext.
Welches Format wofür: konkrete Empfehlungen
Für Fotos außerhalb des Webs, also E-Mail, Dokumente, Austausch mit Dienstleistern, bleibt JPG die richtige Wahl, weil es garantiert überall geöffnet wird. Für Grafiken, Logos und Screenshots außerhalb des Webs ist PNG der Standard, verlustfrei und mit Transparenz.
Für eine performante Website liefere idealerweise AVIF als erste Wahl, WebP als zweite und JPG oder PNG als Fallback aus. Das geht elegant mit dem picture-Element: Der Browser wählt automatisch das modernste Format, das er versteht, und greift sonst auf den sicheren Klassiker zurück.
Ein Rechenbeispiel zur Performance
Eine Landingpage zeigt zehn großformatige Header- und Produktbilder. Als JPG mit Qualität 85 wiegt jedes rund 360 KB, in Summe also 3,6 MB. Stellst du dieselben Bilder zusätzlich als AVIF mit Qualität 60 bereit, liegt jedes bei etwa 180 KB, die ganze Seite lädt für AVIF-fähige Besucher also nur noch 1,8 MB Bilddaten. Das ist die Hälfte, bei einem Aussehen, das im direkten Vergleich nicht zu unterscheiden ist.
Auf einer mobilen Verbindung entscheidet genau diese Differenz darüber, ob die Seite in einer oder in zwei Sekunden steht. Der Fallback auf JPG kostet dabei nichts, denn er greift nur für die wenigen Besucher, deren Browser AVIF nicht kann. Du bekommst also die Effizienz der modernen Formate ohne das Kompatibilitätsrisiko.
Wohin sich die Bildformate 2026 entwickeln
Die Richtung ist klar: AVIF und WebP gewinnen im Web Anteil, weil ihr Effizienzvorsprung bei wachsenden Bildmengen und mobilem Traffic real Geld und Ladezeit spart. AVIF wird sich als das Format für maximale Performance etablieren, WebP bleibt der pragmatische Mittelweg mit etwas breiterer Werkzeug-Unterstützung. Beide werden JPG und PNG im Web zunehmend als sichtbares Ausgabeformat verdrängen.
Verschwinden werden die Klassiker trotzdem nicht. JPG und PNG bleiben die Lingua franca des Bildaustauschs überall dort, wo kein Browser im Spiel ist, also in E-Mails, Office-Dokumenten, Kameras und der Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern. Genau deshalb ist die richtige Strategie keine Entweder-oder-Entscheidung, sondern ein Nebeneinander: moderne Formate für die eigene schnelle Website, robuste Klassiker für alles, was den Browser verlässt. Wer beide Welten beherrscht, liefert immer das passende Format, ohne Reichweite oder Geschwindigkeit zu opfern.
Für die Praxis lohnt es sich, die vier Formate nicht als Konkurrenten, sondern als gestaffeltes Werkzeug-Set zu begreifen. AVIF ist der Spezialist für maximale Web-Performance, wenn der Encodier-Aufwand und die Fallback-Logik kein Hindernis sind. WebP ist der pragmatische Kompromiss mit etwas breiterer Tool-Unterstützung und immer noch deutlichem Größenvorteil gegenüber JPG. JPG ist die universelle Foto-Währung, die jeder Empfänger lesen kann. Und PNG ist und bleibt der Garant für verlustfreie Schärfe und Transparenz bei Grafiken. Keines dieser vier Werkzeuge macht die anderen überflüssig, weil sie unterschiedliche Probleme lösen.
Wer heute eine Bibliothek neu aufbaut, sollte daher zwei Ebenen trennen. Auf der Speicherebene gehört das verlustfreie Original, also meist PNG oder die Rohdatei der Kamera, dauerhaft archiviert, denn aus einem verlustfreien Master lässt sich jedes Ausgabeformat jederzeit neu erzeugen. Auf der Ausgabeebene wählst du dann pro Kanal das passende Format: AVIF oder WebP fürs eigene Web, JPG für den Versand, PNG für Grafiken mit Transparenz. Diese Trennung kostet anfangs etwas Disziplin, erspart dir aber später das ärgerliche Nachkomprimieren bereits verlustbehafteter Dateien. So bleibt deine Bildbasis flexibel, egal welches Format in fünf Jahren den Ton angibt.
Häufige Fragen
Ist WebP wirklich besser als JPG und PNG?
In der reinen Dateigröße meist ja. WebP komprimiert Fotos rund 25 bis 35 Prozent kleiner als JPG bei vergleichbarer Qualität und kann zusätzlich Transparenz wie PNG. Der Haken ist nicht die Technik, sondern die Kompatibilität: Manche ältere Programme und E-Mail-Clients öffnen WebP nicht. Im modernen Browser ist WebP heute aber universell unterstützt.
Sollte ich 2026 schon auf AVIF umsteigen?
Für die eigene Website ja, sofern du einen Fallback bereitstellst. AVIF liefert die kleinsten Dateien aller vier Formate und wird inzwischen von allen großen Browsern unterstützt. Außerhalb des Webs, etwa für E-Mail-Anhänge oder den Austausch mit Druckereien, ist AVIF aber noch riskant, weil viele Tools es nicht lesen. Dort bleiben JPG und PNG sicher.
Welches Format hat den besten Browser-Support?
JPG und PNG werden seit den Neunzigern überall unterstützt, sie sind die sichersten Universalformate. WebP läuft seit etwa 2020 in allen aktuellen Browsern. AVIF wird seit 2024 ebenfalls flächendeckend unterstützt, ist aber das jüngste Format. Wer maximale Reichweite braucht, liefert moderne Formate mit JPG- oder PNG-Fallback aus.
Unterstützen WebP und AVIF Transparenz?
Ja, beide kennen einen Alphakanal wie PNG und können Bilder mit transparentem Hintergrund speichern. Das ist ein echter Vorteil gegenüber JPG, das gar keine Transparenz beherrscht. WebP und AVIF kombinieren damit den Transparenz-Vorteil von PNG mit einer Kompression, die oft sogar kleiner als JPG ausfällt.
Welches Format soll ich nehmen, wenn ich es einfach halten will?
Nimm JPG für Fotos und PNG für Grafiken, Logos und Screenshots. Diese Kombination funktioniert garantiert überall, ohne Fallback-Logik. Wenn du eine performante Website betreibst und etwas Aufwand investieren kannst, liefere zusätzlich WebP oder AVIF mit dem picture-Element aus. Mit png-jpg.de wandelst du PNG schnell und ohne Upload in das passende JPG um.
Quellen
Über die Autorenschaft
Jan-Tristan Rudat
Redakteur png-jpg.de
Themengebiet: Format-Vergleiche, WebP und AVIF, Web-Performance, Dateigrößen-Optimierung
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